PINDANA

1998 bekam ich ein Angebot nach Australien zu ziehen und dort als Heilpraktikerin in einem Heilungszentrum zu arbeiten. Seitdem ist viel Zeit vergangen und so einiges habe ich hier in meinem neuen Zuhause erleben dürfen. In Newmerella ca. 400 km von Melbourne entfernt an der Südostküste hatte ich ein großes Grundstück von ca. 60 ha gekauft und ein Haus gebaut. Von den 60 ha sind ca. 1 ha umgewandelt zu einem Garten mit Teich, vielen Obstbäumen, einem Gemüsebeet und auch so einige Tiere haben hier ihr zuhause gefunden. Der Rest des Grundstückes ist in seinem natürlichen Ursprung geblieben, so dass die Wildtiere wie das Kängeruh oder der Wompads weiterhin hier leben können. Später habe ich auf dem bereits gepflegtem Land noch ein kleines Appartement gebaut. Mein Wunsch war es, nachdem sich das Heilungszentrum nicht verwirklicht hatte, selbst etwas auf dem Grundstück für Menschen in Randsituationen zu machen und ich nannte dieses Projekt PINDANA. Dieser Name stammt aus dem Sanskrit und bedeutet "unter dem Willen Gottes". Doch nun ein kurzer Überblick über die Jahre, wo ich in Australien leben durfte:

2001-2002 Das Heilungszentrum, mein Grund für Australien: stellte sich leider als Schall und Rauch heraus. Es wurde viel geplant, gesprochen, getagt und am Ende außer Geldverlust kam es zu einer einsamen Kirche, die heute auf einem Grundstück ohne Heilungszentrum steht.

2003-2004 Was tun mit Pindana und so viel Platz? Ein Heim für psychisch Kranke, mit Arbeit auf dem Land und Heilung von meiner Seite? Ich bekam von der Stadt Orbost die Erlaubnis für den Bau eines solchen Hauses.Erstellte einen Wirtschaftsplan; wenn ca. 10-12 Personen dort untergebracht wären, würde es sich sogar von selbst finanzieren. Ich führte Gespräche mit einem der Leiter des Krankenhauses in Orbost. Dieser war von meinem Vorhaben sehr angetan und wollte mich davon überzeugen, dass Orbost ein Haus bräuchte für Alkoholkranke und Drogenabhängige. Doch Freunde rieten mir davon ab, weil Drogen oft auch Kriminalität mit sich führen und ich mit meinem Haus allein auf weiter Flur doch etwas abgeschieden dafür wohnen würde. Somit verwarf ich meinen Plan.

2005 Die Idee: ein Kinderdorf: Ich wollte immer schon viele Kinder haben und in jungen Jahren war ich sogar kurz davor einer Mission beizutreten. Warum nicht ein Kinderdorf auf Pindana aufbauen? Ich nahm Kontakt mit den Landesabgeordneten und Kreisabgeordneten auf und unterbreitete ihnen die Idee, ein Waisenhaus nach dem Vorbild der SOS-Kinderdörfer aufzubauen. Die beiden Männer waren sehr angetan von diesem Vorhaben und die Baugenehmigung dafür wäre nicht das Problem. So setzte ich mich mit dem Präsidenten der SOS-Kinderdörfer in Australien in Verbindung und dieser machte mir zu meinem großen Bedauern sehr schnell klar, dass durch die gesetzlichen Bestimmungen es überhaupt nicht möglich sei, ein Kinderzentrum in Australien zu errichten. Das war den Abgeordneten wohl nicht bekannt.

2006 - 2007 Aus einem der großen Schuppen baute ich eine kleine Wohnung und wollte diese an Familien mit kranken Kindern auf Spendenbasis zur Verfügung stellen. Diese Art von Wohnungen / Häuser gibt es z.B. in der Stadt Bairnsdale ca. 90 km von hier. Diese sind meist gut belegt. Ich versuchte meine kleine Wohnung bekannt zu machen und verschickte einige Flyer. Die Genehmigung hatte ich von der Stadt Orbost als sogenanntes "bed + breakfast". Doch leider kam mein Angebot nicht sehr an. Vielleicht war ein Grund, dass ich ca. 400 km von Melbourne weg wohne und es für viele Menschen zu teuer ist, soweit zu reisen, um kostenlos Urlaub machen zu können. Auch diese Idee klappte leider nicht.

2008 Neue Idee: Eine Proteafarm auf Pindana: Auf einer großen gerodeten Fläche unterhalb des Hauses habe ich angefangen Proteas (einheimische und afrikanische Blütenpflanze) zu pflanzen. Diese Büsche brauchen ca. 3 Jahre, bis sie Blüten tragen. Anschließend können die Blumen in Australien und auch in Übersee verkauft werden. Warum Proteas? Ein Grund war es aus dem wilden Busch unterhalb des Hauses ein wenig Nutzland zu erzielen und gleichzeitig einen Schutz gegen evtl. Feuergefahren zu haben. Denn wenn es brennen sollte, kämen die Feuer wie eine Walze von unten den Berg hinauf bis zu meinem Haus. Somit habe ich mit dieser Proteaanpflanzung eine Pufferzone geschaffen. Gleichzeitig wollte ich ansässigen Menschen die Möglichkeit geben, Arbeit zu haben. Die Administration, Übersicht und Verantwortung wollte ich in meinen Händen behalten. Auch soll es für mich durch den Verkauf der Blüten ein Einkommen für mein späteres Leben sein. Der erwirtschaftete Überschuss soll verschiedenen sozialen Einrichtungen zugute kommen wie z.B. der Gemeinde in Orbost für soziale Institutionen, als auch anderen sozialen Organisationen wie z.B. "House of Hope", das zwei Waisenhäuser in Sri Lanka und Thailand unterhält.

2009 - 2010 Ich hatte das Glück ein altes, ausgedientes Schulhaus, was auf einem Tieflader verladen transportiert werden konnte, günstig für mein Projekt zu kaufen. Im Moment baue ich es mit Hilfe von Freunden und Handwerkern in eine behindertengerechte 2-Zimmer-Wohnung um. Zusammen mit dem anderen kleinen Appartement sollte es wieder Familien mit schwerkranken Kindern für ihren Urlaub angeboten werden. Nun hatte ich 2 Wohnungen und war sicher, dieses Mal klappt es. Um diese Idee unter die Leute zu bringen, hatte ich ein Fest organisiert, Flyer verteilt, Anzeigen aufgeben. Ich hoffte, dass die Familien in dieser wunderbaren Naturgegend, schnell neue Kraft schöpfen und sich erholen, um dem Alltag gestärkt standzuhalten. Doch leider, wie bei der kleineren Wohnung, ich war zu weit weg von größeren Städten.

2011 - 2013 Die Protea-Büsche wuchsen recht gut und ich pflanzte mehr. Insgesamt waren es erst mal 2500 unterschiedliche Bäumchen mit des verschiedensten Blüten. Doch das Glück war hier nicht immer hold. Im ersten Jahr hatten wir einen Tag 48 Grad C und ungefähr die Hälfte der gepflanzten Bäumchen war verbrannt. So habe ich jedes Jahr immer wieder nachgepflanzt. Nach 2-3 Jahren ist die Pflanzung zu einem Blütenmeer herangewachsen und ich konnte viele verkaufen.

2013 kam in mir die Idee auf, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Meine einzige Tochter wollte noch ein Baby und ich fand, dass mein Platz mehr bei meiner Familie sein sollte, als wie alleine in Australien zu leben. So habe ich das Anwesen für 3 Jahre verpachtet.

2014 zum 1. März 2014 bin ich wieder in Deutschland gelandet und habe einen großen Teil meiner Möbel etc. mitgebracht.

2015 Pindana existiert noch - die Proteas sind eine Pracht und die Leute, die das Anwesen bewohnen und bewirtschaften fühlen sich wohl.